Selbstverständlich!

Damit ist das Thema eigentlich schon geklärt, aber mal im Ernst:

Denken Sie mal in Ruhe über diese Frage nach, dann fällt einem auf, dass alle unsere Haushunde den Wolf zum Vorfahren haben. Der Wolf wurde lt. Fachliteratur bereits vor mindestens 16.000 Jahren in die Gemeinschaft des Menschen geholt, manche Quellen gehen sogar von 30.000 Jahren aus. In dieser Zeit hatten die aus dem Wolf gezüchteten Hunde sehr viel Zeit sich zu verändern und anzupassen. Haben sie aber nicht.

Dank der modernen Genetik wissen wir, dass der genetische Unterschied zwischen dem Wolf und allen bekannten Hunden nur ca. 0,2 % beträgt, und das ist auch sehr logisch.

Bis in den 50er Jahren wurden die Hunde bei uns Menschen gebarft oder zu mindesten teilgebarft, erst da kam das Fertigfutter auf den Markt. Innerhalb dieser kurzen Zeitspanne von nicht mal 70 Jahren ist die Evolution nicht in der Lage, Veränderungen vorzunehmen.

Es ist mittlerweile zur guten Tradition geworden, Welpen mit einem Welpen Brei aus Getreide zu füttern. Wieso das denn? Haben Sie schon einmal eine Wolfmutter mit ihren Jungen auf einem Weizenfeld fressen sehen? Ich nicht. Wölfe/Hunde sind Fleischfresser, nur darauf ist ihr Verdauungssystem ausgelegt. Den notwendigen pflanzlichen Anteil können sie nur dann verarbeiten, wenn er vorverdaut wurde (im Magen der Beutetiere), oder wenn die Zellwände der pflanzlichen Stoffe zerstört sind (z.B. durch Fermentierung). Das Knabbern einer Möhre mag zwar für den Hund eine ganz witzige Geschichte sein, ernährungsphysiologisch ist diese Sache aber völlig unbedeutend. Somit stellt also das Verfüttern von Getreidebrei alles andere als eine artgerechte Ernährung für unsere Welpen dar, mit allen negativen Folgen für den Hund und den positiven für den Tierarzt.

Zu diesen negativen Folgen zählt z. B., dass das „Unverträglichkeits“-Risiko der jungen Hunde auf nahezu 100 % ansteigt, dass die Nährstoffversorgung unzureichend ist und die Verdauung schwächelt. Nur durch artgerechte Ernährung kann sich im Verdauungssystem des Hundes eine natürliche Bakterienflora bilden. Diese Bakterien werden von den Hunden über den Kontakt des Welpen mit dem After und dem Vaginalsekret während der Geburt und über das Fressen von Innereien der Futtertiere aufgenommen.

Außerdem kommt es bei naturfremder Ernährung häufig zu Verhaltensstörungen und Schwererziehbarkeit.

Nachdem also das Säugen 3 – 4 Wochen nach der Geburt zu Ende geht, sollte sofort mit der rohen Fleischfütterung begonnen werden! Hierfür eignet sich besonders gewolfter Blättermagen, Pansen und Euter, die alle die notwendigen Bakterien und Enzyme mitbringen. Der Blättermagen sollte in jedem Fall „pur“ gefüttert werden, also ungereinigt und mit allen Inhalten.

Nun werden Sie sich fragen, wie denn der Wolf im Wald an seinen Namensvetter, den Fleischwolf herankommt. Gar nicht, aber das Muttertier frisst das Fleisch selbst und würgt es wieder aus, so dass die Jungtiere dies dann problemlos fressen können. Sie müssen also nicht erschrecken, wenn Ihre Hündin in der Zeit nach dem Werfen öfter erbricht. Sie ist nicht krank, sondern sie will ihre Welpen füttern, was man ihr leider viel zu oft verwehrt, denn in menschlicher Vorstellung ist Kotze ja ekelig.

In der Natur frisst die Mutter natürlich auch Knochen, woraus die Jungtiere die notwendigen Mineralstoffe erhalten. Knochen in der Küche zu wolfen ist nun aber schwierig und man möchte sich ja auch nicht jede Woche einen neuen Fleischwolf kaufen müssen. Um aber den Welpen trotzdem alle Mineralstoffe zukommen zu lassen, hat die Firma „ProCalu“ ihre „Basis Nährstoffe“ entwickelt, das Sie dem gewolften Futter beimischen können und das ich Ihnen ans Herz legen möchte. „Basis Nährstoffe“ sollten Sie Ihrem Hund ohnehin ein Leben lang dem Futter beimischen. Welpen können in der Wachstumsphase das 3-fache der angegebenen Menge erhalten.

Etwa in der 6 -7 Woche sollten Sie Ihren Welpen mal ein großes Stück Pansen hinlegen, mit dem sie spielen können, das sie zerreißen können und das sie auch fressen können, wenn sie möchten. Für Sie als Züchter und Hundeliebhaber wird das viel zu lachen geben und Sie haben bei diesem Spiel die Möglichkeit, ggf. auch gleich Rückschlüsse auf das Wesen der einzelnen Welpen zu ziehen. Und ärgern Sie sich nicht, wenn die Kleinen den Pansen nicht auffressen – die Mutter-Hündin wird sich freuen.

Ab etwa der 9. Lebenswoche brauchen Sie das Fleisch nicht mehr zu wolfen, sondern können es je nach Größe der Hunderasse in Stückchen schneiden, ähnlich unserem Gulasch. Außerdem sollten Sie dem Fleisch nun ein hochwertiges kaltgepresstes pflanzliches Öl beigeben, z. B. Leinöl oder andere  Öle, die Sie bei uns im Geschäft erhalten können.

Auf dem Fleisch-Speiseplan stehen nun: Rindfleisch (Muskelfleisch), Pansen, Blättermagen, Euter.

Außerdem sollten Sie bei den Welpen von  großen Rassen kein Getreide und ähnliche pflanzliche Kohlenhydrate füttern, da diese das Wachstum der Gelenke negativ beeinflussen können.

Im Übrigen gilt, entgegen vielfacher andersartiger Aussagen, dass Sie das Futter Ihrer Welpen bis zu einem Alter von 9 – 12 Monaten der Menge nach nicht begrenzen sollten. Welpen, die natürlich ernährt werden, laufen keinerlei Gefahr, übergewichtig zu werden.

Und? Haben Sie sich entschieden, wie Sie Ihre Welpen künftig ernähren?

Glauben Sie mir, natürlich ist für gesunde Welpen das Beste. Wer meint, die Inhalte seiner Tüten und Büchsen besser machen zu können als es die Natur tut, der begeht einen bedauerlichen Irrtum. Dieser Irrtum wird sich aber nicht negativ auf das Bankkonto der Hersteller auswirken – ganz im Gegenteil – sondern eher negativ auf Ihres, und natürlich auf die Lebensqualität Ihrer Welpen. Schauen Sie auf das Vorbild der Natur, vertrauen Sie der Natur! Ihre Welpen werden es Ihnen danken, mit größerer Vitalität, einer stabilen Gesundheit, einem entspannten und ausgeglichenen Wesen, einer höheren Lebenserwartung und vor allem mit geringeren Tierarzt- und Medikamentenkosten.

Frank Degenhardt und Henry Wollentin